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Alle biblischen Texte sind dem Schott Messbuch entnommen.

Selig, die Sanftmütigen … Sanftmut. Was für ein wunderbares Wort.
Völlig verschwunden aus unserem Sprachgebrauch. Sanftmut.

Klingt nach bedachtem Vorgehen, behutsamen Loslassen, auf Neues einlassen, gelassen bleiben.
Sich nicht ganz so wichtig nehmen. Leichtigkeit.
Sanftmut. Klingt nach Pusteblume.
32. Sonntag im Jahreskreis, Allerheiligen – Evangelium
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel

Mt 5, 1 - 12a
In jener Zeit,
als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen;
denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt
und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
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Zum wichtigsten Gebot schreibt der heilige Bernhard von Clairvaux: „Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während die Schale wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen.“
30. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben; deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst
Mt 22, 37 - 40
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten,
dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie am selben Ort zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen
und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

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Wenn ich Gott geben will, was Gott gehört, heißt das für mich: Das Göttliche in meinen Mitmenschen und der Schöpfung erkennen. Mein Handeln zum Lob und Dank an Gott werden lassen. Spüren, wo ich gebraucht werde, um zu trösten, zu helfen oder einfach nur da zu sein, um gemeinsam in Liebe das Göttliche zu bestaunen. 🌱
29. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört
Mt 22, 15–21
In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen
und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.
Sie veranlassten ihre Jünger,
zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen
und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst
und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst,
denn du siehst nicht auf die Person.
Sag uns also: Was meinst du?
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?
Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler,
warum versucht ihr mich?
Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!
Da hielten sie ihm einen Denár hin.
Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Darauf sagte er zu ihnen:
So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,
und Gott, was Gott gehört!
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28. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
Phil 4, 6-9
In jener Zeit
1 erzählte Jesus den Hohepriestern
und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:
2Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem König,
der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.
3Er schickte seine Diener,
um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen.
Sie aber wollten nicht kommen.
4Da schickte er noch einmal Diener
und trug ihnen auf:Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig,
meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet,
alles ist bereit.
Kommt zur Hochzeit!
5Sie aber kümmerten sich nicht darum,
sondern der eine ging auf seinen Acker,
der andere in seinen Laden,
6wieder andere fielen über seine Diener her,
misshandelten sie
und brachten sie um.
7Da wurde der König zornig;
er schickte sein Heer,
ließ die Mörder töten
und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
8Dann sagte er zu seinen Dienern:
Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet,
aber die Gäste waren nicht würdig.
9Geht also an die Kreuzungen der Straßen
und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
10Die Diener gingen auf die Straßen hinaus
und holten alle zusammen, die sie trafen,
Böse und Gute,
und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
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In jeder Lebenslage gibt es etwas, für was ich Gott dankbar sein und mich freuen kann.
Das zu entdecken fällt im Mosaik des Lebens oft schwer. So viele Baustellen, so viel zu tun, wie soll ich das alles schaffen?... Da tut es gut, Menschen zu begegnen, deren Licht einfach da ist und das Leben heller und leichter macht.
27. Sonntag im Jahreskreis – 2. Lesung
Was ihr angenommen habt, das tut; und der Gott des Friedens wird mit euch sein
Phil 4, 6-9
Schwestern und Brüder!
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage
betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt,
wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.
Im Übrigen, Brüder und Schwestern:
Was immer wahrhaft, edel, recht,
was lauter, liebenswert, ansprechend ist,
was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!
Und was ihr gelernt und angenommen,
gehört und an mir gesehen habt, das tut!
Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.
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Im Vordergrund steht eine Person an einer Wegkreuzung und weiß nicht so recht, ob sie losgehen soll.
Eigentlich hat sie „ja“ gesagt, als sie gefragt wurde, ob sie im Weinberg mithelfen wird - aber es gibt doch noch so viele andere Möglichkeiten...
Rechts im Bild ist eine weitere Person, die sich bereits auf den Weg gemacht hat. Aber nicht in Richtung Weinberg.
Sie hat sich gegen die Mithilfe entschieden, hat „Nein“ gesagt... aber vielleicht ändert sie noch ihre Meinung? Während des Laufens kann man gut nachdenken über das Leben. Wie es war, wie es ist und wie es sein könnte.
Wie antworten wir? „Nein!“, „vielleicht doch“... „Ja!“
Welchen Weg wählen wir? Den direkten, den Umweg oder lieber gar keinen?
Wie auch immer wir uns in der Sache Gottes entscheiden: Gott zeigt uns, wo wir gebraucht werden.
Die Mitarbeit in seinem Weinberg stellt er uns frei.
26. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Später reute es ihn und er ging hinaus
Mt 21, 28–32
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes:
Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne.
Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ich will nicht.
Später aber reute es ihn und er ging hinaus.

Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe.
Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?
Sie antworteten: Der erste.

Da sagte Jesus zu ihnen:
Amen, ich sage euch:
Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit
und ihr habt ihm nicht geglaubt;
aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt.
Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut
und ihm nicht geglaubt.
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Die Arbeiter Im Weinberg
Jesus weiß , wie sehr wir uns das Leben schwer machen:
Anstatt anderen etwas zu neiden, könnten wir genießen, was uns gegeben.
Anstatt zu behaupten, dass es der andere viel leichter hat, könnten wir uns dem Beistand Gottes bei der Bewältigung unseres Weges sicher sein.
Anstatt zu hadern, könnten wir vertrauen, dass Gott uns gibt, was recht ist.
Und auf einmal sehen wir das was vor uns liegt wieder bunt... und nicht in grün vor Neid.
25. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
Mt 20, 1-16
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer,
der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten.
Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus
und machte es ebenso.
Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen.Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?
Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben.
Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten,
bis hin zu den Ersten!
Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denár. Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten einen Denár.
Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart?
Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.
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Siebenmal vergeben? Siebzigmal sieben vergeben?
Es gibt keine bestimmte Zahl gibt. Keine Strichliste.
Wir Menschen hätten es gerne abgezählt.
Wir wollen wissen, wie oft wir Fehler verzeihen sollen.
Da sagt Jesus, wir müssen ständig zur Vergebung bereit sein. Immer wieder. Unendlich mal...

Vergebung befreit.
24. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Nicht bis zu siebenmal musst du vergeben, sondern bis zu siebzigmal siebenmal
Mt 18, 22
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König,
der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte Mitleid,
ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen,
so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern,
bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln,
wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.
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Drei Personen. Sie berühren sich nicht, aber dennoch sind sie ganz deutlich miteinander in Verbindung.
Ihre Hände zeigen unterschiedliche Gebetshaltungen.
Sie sind sich in ihrem Tun einig. Zwischen ihnen ist etwas Transparentes, etwas Leichtes gespannt. Was ist das?
Etwas, das was auffangen kann. Etwas, das zerreißen würde, wenn einer geht. Etwas, das eine Helligkeit in die Mitte zieht.
Eine Helligkeit, die das Dunkel teilt. Etwas, dass den drei gut tut.
23. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Wenn dein Bruder auf dich hört,
so hast du ihn zurückgewonnen
Mt 18, 15-20
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,
dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!
Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache
durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde.
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde!
Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Amen, ich sage euch:
Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein,
und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,
werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

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Was hat der Vogel in der offenen Tür des goldenen Käfigs mit dem Evangelium zu tun?
Der „goldenen Käfig“ bezeichnet ein Leben in dem wir in den Annehmlichkeiten des Daseins gefangen sind.
Außerhalb des Käfigs befindet sich aber das Leben. Um das zu finden, müssen wir uns einen Ruck geben und den goldenen Käfig verlassen. So wie der kleine Vogel, der noch überlegt, was diese Freiheit an Ungewissheit mit sich bringt.

Jesus lässt uns im Evangelium wissen, dass wir uns vor den Kreuzen des Lebens nicht drücken dürfen.
Wer die Chance nutzt sein Leben mit anderen zu teilen, dem strömt das Leben zu.
Mein Leben öffnen für die anderen. Dazu lädt er uns ein. Und dieser Weg ist ein Gewinn. Flieg los, kleiner Spatz!
22. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst
Mt 16, 21-27
In jener Zeit begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!
Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan!
Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen
und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.

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Jesus vertraut Petrus den Aufbau seiner Kirche an.  Aber er vertraut nicht nur auf Petrus, er vertraut auch uns. Als getaufte Christen haben wir Teil daran Kirche zu gestalten.
Vielleicht können wir versuchen, das bisschen Glauben, das jeder von uns hat, zusammenzutun?
Dann wird das ein starker, ein fester, ein bunter Glaube, der uns neue Zugänge erschließt.
Zugänge in helle, weite Räume.
21. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Du bist Petrus; ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben
Mt 16, 13–20
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

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"Zur Löwenmutter werden"
Was hat das Bild einer Löwin im Zusammenhang mit dem Evangelium zum 20. Sonntag zu bedeuten?
Das Verhalten der Mutter in diesem Evangelium ist beeindruckend:
Sie ist verzweifelt, leidet, aber kämpft wie eine Löwenmutter für ihr Kind.
Auch auf die Gefahr sich lächerlich zu machen oder abgewiesen zu werden… sie lässt nicht locker, weil sie überzeugt ist, dass ihr Handeln für ihre Tochter gut und richtig ist. Und damit erreicht sie auch ihr Ziel. Respekt!
20. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Frau, dein Glaube ist groß.
Mt 15, 21–28
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm
und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!
Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm
und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her!
Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen,
die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß.
Es soll dir geschehen, wie du willst.
Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

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Momentaufnahme: Petrus ist mutig aus dem Boot gestiegen ist und lässt sich vorsichtig auf etwas Neues ein. Dass ihn dabei wenige Momente später die Angst übermannt und ihn der Mut verlässt, ist hier nicht entscheidend. Wichtiger ist, dass er sich einen Ruck gegeben hat, überhaupt loszulaufen ... etwas Neues zu wagen ... und im Vertrauen auf Jesus versucht, das Unmögliche zu schaffen
19. Sonntag im Jahreskreis – Evangelium
Herr, befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme
Mt 14, 22–33
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen;
denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen;
er ging auf dem See.
Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst,
und sie schrien vor Angst.
Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
Jesus sagte: Komm!

Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus.
Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst.
Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich!
Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?
Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.
Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

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